Was im Leben zählt

20111125-225850.jpg

Seit Konrad Kujau dem STERN alt getrimmte Kladden andrehte, hat mich das zweite Hamburger Nachrichtenmagazin nicht mehr interessiert. Doch an diesem Heft konnte ich nicht vorbei gehen: Was im Leben zählt! Das Interview mit Richard David Precht im aktuellen Heft ist tatsächlich lesenswert. Ähnlich wie Bundespräsident Christian Wulff, der in diesem Jahr zunächst aus Anlass des Bosch Jubiläums, später nochmals nach seiner Japan-Reise „eine zweite Industrielle Revolution“ anmahnte, fodert Precht: „Wir brauchen positive Flächenbrände“. So verschieden beide Absender sind, so einig sind sie sich mit der Mehrheit der Bevölkerung, dass es eine Umkehr in Politik und Gesellschaft geben muss.
Während der Bundespräsident pragmatisch argumentiert und Veränderungsbedarf in Wirtschaft und Politik angesichts der Krisen in Wirtschaft und Ökologie kurz- bis mittelfristig aufzeigt, greift Precht, der als Autor philosophische Fragen populärwissenschaftlich thematisiert („Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“,) grundsätzlicher an und beklagt eine Orientierungslosigkeit der Menschen und ihren daraus folgenden Vertrauensverlust in die Politik. Was Christian Wulff nur andeutet, spricht Precht explizit aus: die Gesellschaft ist heute unfähig geworden, Antworten auf die elementare Frage zu geben „Worauf kommt es an im Leben?“
Precht mag richtig liegen in seiner Schlussfolgerung, dass es an philosophisch-moralischer Grundlagenbildung mangele, wenn Menschen diese Antwort für sich nicht finden. Und Zustimmung wird er auch finden, wenn er konstatiert, dass die dazu gelehrte Literatur in den Schulen nicht mehr den Anforderungen entspreche („Goethes ’Werther‘ halte ich für unglaublichen Kitsch“). Allerdings bleibt Precht schwach, als er zur Schaffung eines moralischen Bewusstseins ein „soziales Pflichtjahr (…) für die junge und alte Generation“ fordert.
Wahrscheinlich kennt Precht noch nicht die Geschichten von Thomas Derale und Ma Ma Gombe. Sonst wüsste er, was Menschen dazu bringt, zu erkennen und zu tun, was wirklich wichtig ist im Leben… Ohne Zwang und Pflicht, sondern aus innerem Antrieb: Die Big Five for Life. Sie beinhalten Leadership-Kultur für Unternehmen wie auch Orientierung, Ethik und Moral für Menschen.

A propos: Der Autor der Big Five for Life, John Strelecky, kommt nach Hamburg: am 7. Dezember diskutiert er im Business Club Hamburg mit Unternehmern und am 8. Dezember improvisiert er live und ’unplugged‘ mit seinem Publikum

Alles nur Schauspielerei!

Vor wenigen Wochen habe ich an dieser Stelle einen Beitrag über die Ursache für zahlreiche Zuschriften und Bestellungen der Big Five for Life Bücher aus Österreich veröffentlicht. Und diese Ursache war leicht zu finden: Ö3, einer der reichweitenstärksten Radiosender hatte in Person von Claudia Stöckl ein Interview mit Marlene Krenn gesendet, in der die junge Oberösterreicherin am Ende des Beitrags in einem kleinen Audio-Fragebogen ihre Begeisterung für das Buch The Big Five for Life bekannte.
Heute steht fest, dass Marlene Krenn nicht, wie damals auch im Interview dargestellt, die Mentaltrainerin von Formel Eins Doppelweltmeister Sebastian Vettel war. Ob sie in Wirklichkeit hereingelegt wurde, oder ob sie eine Trittbrettfahrerin ist, die eine falsche Realität konstruiert hat, wird derzeit oft spekuliert. Aber lohnt das den Aufwand?
Es ist mir an dieser Stelle wichtig darauf hinzuweisen, dass wir selbst bestimmen, welche Bedeutung ein Ereignis in unserem Leben hat. „Nichts geschieht ohne Grund“, lautet auch die erste Zeile des damaligen Beitrags hier im Blog. Was ist damit gemeint?

Weiterlesen „Alles nur Schauspielerei!“

Das hörende Herz – die Big Five und der Papst

Herz„Was fasziniert dich so an diesem Big Five for Life Konzept?“ Diese Frage höre ich oft. Ganz besonders oft von Kollegen oder Wegbegleitern aus meinem politischen Betätigungsfeld. Meine Antwort ist meistens diese: weil es so wunderbar leicht und verständlich Prinzipien und Werte anschaulich macht. Weil es so intuitiv ist, und den Gehalt für Menschen, die sich mit, abstrakten und theoretischen Traktaten schwer tun oder ihnen aufgrund von Alter oder Bildungsstand noch nicht oder nicht mehr gewachsen sind.

Wie nötig gerade die Hohe Politik die Konkretisierung großer Gedanken und Ideen hat, wurde gestern deutlich, als der Deutsche Bundestag eine Sternstunde erlebte. Papst Benedikt XIV war von Bundestgaspräsident Norbert Lammert eingeladen worden, vor dem Hohen Haus zu reden. Dass sich allein um diese Einladung eine kontroverse und instrumentalisierte Debatte entwickeln konnte, ist ein Ausdruck der narzisstischen Selbstbeobachtung, durch die der politische Betrieb sich selbst und seine Akzeptanz bei den Menschen gefährdet. Denn es war in jedem Fall eine große Rede, die der deutsche Papst im Parlament seines Heimatlandes als Oberhaupt eines anderen Staates hielt. Der Bundestag hat zuletzt ganz sicher wenige Reden von solcher Qualität gehört, nicht nur wegen der Anerkennung des Papstes für die ökologische Bewegung, was natürlich bei den Grünen zu besonderem Beifall führte.

Diese Rede war ein Höhepunkt in der Geschichte des Bundestages. Auch wenn man nicht in allen Punkten mit dem Papst einer Meinung sein muss. Und in einem Punkt bin ich das tatsächlich nicht. Doch dazu später mehr.
Weiterlesen „Das hörende Herz – die Big Five und der Papst“