Von der Lust, auf dieser Welt zu leben

Was ist Realität? Beim Lesen und überarbeiten der Übersetzung des 17. Kapitels von Life Safari stosse ich heute nochmals auf die Unterhaltung von Jack mit Ma Ma Gombe, die sich um genau diese Frage dreht. Jack ist sehr nachdenklich und schweigsam, obwohl er gerade zuvor erneut die faszinierende Schönheit und Würde der Natur erlebt hat, die sich ihm in Gestalt majestätischer Nashörner und anderer Tiere offenbart hat. Als Gombe ihn anspricht, gesteht Jack seine Verzweiflung. Er hat seinen Traum gelebt, kann sich inzwischen aber nicht mehr vorstellen, wie er sich in seine Realität einfinden soll, wenn die Wanderung mit Ma Ma Gombe irgendwann beendet sein wird. Und wer kennt das Gefühl nicht: Schon ein Buch, ein Bild oder eine Idee kann diese Sehnsucht in uns entfachen – und tiefe Depression auslösen. Alles nur ein Traum! Die Wirklichkeit sieht anders aus, komm‘ wieder runter auf den Boden der Tatsachen! So oder ähnlich schlagen wir uns unsere Träume aus dem Kopf und arrangieren uns mit der nackten Wahrheit. Mit der ungeschminkten Realität. Abgesehen davon, dass das Problem vor allem darauf hinweist, dass wir die Mad-How-Disease noch nicht überwunden haben, wenn wir uns mit dem „Wie soll das bloß gehen?“ quälen, lohnt es sich, die Eingangsfrage noch einmal zu beleuchten: Was ist Realität?
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»Jedes Lebewesen hat seine eigenen Big Five«

Facebook ist eine tolle Sache, auch wenn das Netzwerk bzw. seine Plattform dann und wann seine Probleme mit der Privatsphäre hat. Es ist trotzdem ein sehr praktisches Tool, um mit Freunden über tausende Kilometer in Kontakt zu bleiben. Eine Freundin hat mir heute einen sehr interessanten Film geteilt, über ein rührend unterschiedliches Paar. Tara und Bella sind eine Elefantin und eine Mischlingshündin, die im Elephant-Sanctuary von Hohenwald in Tennessee Freundschaft geschlossen haben. Das Reservat wurde von Carol Buckley und Scott Blais gegründet, die sich jahrzehntelang mit Elefanten in Zoos und Zirkus-Unternehmen beschäftigt haben. Im Sancturay können diese Tiere in Würde alt werden und müssen nicht mehr gehorchen. Auch Bella und Tara, die durch einen ersten Fernsehbericht im Januar 2009 berühmt wurden, müssen nicht mehr „performen“. Entsprechende Film-Angebote u.a von Disney haben Carol und Scott abgelehnt. Und damit Bella und Tara ermöglicht, ihre Big Five for Life zu leben.

Noch beeindruckender als die berührende Geschichte aus Tennessee ist für mich das Projekt von Daphne Sheldrick, einer Engländerin, die in Kenia ein Waisenhaus eingerichtet hat, in dem junge Elefanten oder Nashörner, die ihre Muttertiere verloren haben, aufgezogen und auf die Auswilderung vorbereitet werden.

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Freud und Leid der Big Five

Persönlichkeitsentwicklung ist ein spannendes Thema. Ich habe schon vor der Bekanntschaft mit den Big Five die Chancen gesucht und gefunden, an mir zu arbeiten und mich mit neuen Techniken, Denkmustern und Ansichten vertraut zu machen. Anders, so sagt es beispielsweise Stephen R. Covey in seinen 7 Wege zur Effektivität, kann man kein Paradigma erkennen, lebt seine bekannte Weltsicht unbewusst weiter und macht keine Fortschritte.

Aktuell diskutiere ich in einer geschlossenen Nutzergruppe auf Facebook, in die ich eingeladen worden bin, über genau dieses Thema. Ausgangspunkt war Boris Grundl, dessen Vortrag „Steh‘ auf und werde der Beste, der du sein kannst!“. Eine Teilnehmerin der Diskussion wies auf die Notwendigkeit hin, dass wer Erfolg will, zu leiden bereit sein müsse. Daraus entspann sich eine intensive Diskussion, die hier kurz widergeben möchte. Weiterlesen „Freud und Leid der Big Five“