#CancelFacebook

Es ist Zeit für ein Update: Vor einigen Wochen habe hier über meinen Ausstieg aus Facebook berichtet. Vorangegangen war eine kontroverse und – wie zu hoffen bleibt – nicht letztinstanzliche Entscheidung des Berliner Kammergerichts, Facebook vor einem Antrag der Politikerin Renate Künast zu schützen, die Personalien von Nutzern herauszugeben, die Künast öffentlich schwer beleidigt hatten.

Die Gründe für meinen Ausstieg nach mehr als 12 Jahren Zugehörigkeit zu FB liegen im Kern im zynischen und Demokratie gefährdenden Geschäftsmodell des Netzwerks.

Dieser Gedanke, diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber sie gewinnt an Reichweite und Relevanz, je größer Facebook wird.

Zwei Entwicklungen dazu:

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Facebook – ich gehe!

Eine Entscheidung des Berliner Landgerichtes zu einem Antrag der Grünen-Politikerin Renate Künast erregt derzeit die Gemüter. Viele echauffieren sich über die Richter. Dabei ist das Problem viel größer – und es fordert uns alle dazu auf, Position zu beziehen. Ist es uns egal, ob jemand schwer beleidigt und menschenunwürdige Bezeichnungen hinnehmen muss? Mir ist es nicht egal. Deswegen verlasse ich Facebook. In diesem Beitrag erläutere ich meine Beweggründe ausführlich. Danke für das Teilen dieses Beitrags!

Zum Hintergrund: Weiterlesen „Facebook – ich gehe!“

Gesundheit erhalten? Nur mit besserer Information!

Das Blog Ohfamoos hat heute auf Facebook eine Meldung gepostet und mich zu einem Kommentar eingeladen, weil die Herausgeber wissen, wie sehr mich das Thema Gesundheit umtreibt. Es ging um eine Meldung zum Gesundheitsreport einer Versicherung, aufgehängt an einem Interview mit dem wissenschaftlichen Leiter einer Studie, die sich mit dem Gesundheitszustand der Deutschen systematisch auseinandersetzt. Hier mein Kommentar dazu:

Gesundheit zu erhalten ist ohne Information nicht leicht. Information muss jedoch eingeordnet werden. Hier liegt ein Problem unserer heutigen Gesellschaft: die Informationen sind widersprüchlich und somit für Laien kaum zu differenzieren. Vereinfacht formuliert ist es für wachstumsstarke und werbeintensive Industrien (Prof. Froböse nimmt auch Bezug auf die zwiespältige Rolle “der Industrie”) leichter, die Nachrichtenlage in ihrem Sinne zu beeinflussen. Direkt werden Verbraucher mit Marketingbotschaften zu ungesundem Verhalten animiert, indirekt werden Warner und Mahner aus der Wissenschaft und Praxis mittels vermeintlicher Experten konterkariert. Es wird eine widersprüchliche Nachrichtenlage bewusst erzeugt. Die Zucker-Industrie ist dabei inflagranti ertappt worden. Tabak ebenfalls. Andere Branchen sind – so ist zu befürchten – in ähnlicher Weise aktiv. Über allem wird auf regulatorischer Ebene intensiv Lobbyarbeit betrieben, um kurzfristige wirtschaftliche Interessen zu schützen. Die langfristigen volkswirtschaftlichen Risiken – gerade auch für die Sozialversicherungssysteme, aber auch generell – spielen für diese Partikularinteressen keine Rolle. Aber sie werden ähnlich wie der Klimawandel immer schwieriger beherrschbar, je länger die Konsummentalität anhält.

Stress wurde in der Studie erwähnt, Regenerationsfähigkeit auch. Beides ist unmittelbar abhängig von Umweltfaktoren. Auch “harmlose” Chemikalien sind eine Form von Stress und für nachhaltige Gesundheit von großer, leider unterschätzter Bedeutung: zwar sind die Chemikalien, die wir in der Ernährung (als Zusatzstoffe zugelassen ca. 3.000) und in der Produktion (etwa 80.000 zugelassene Substanzen) verwenden dürfen, einer “Unbedenklichkeitsprüfung” unterzogen worden. Die ist jedoch immer nur auf die einzelne Substanz bezogen untersucht worden. Das Halifax-Projekt zeigt aber, dass die Kombinationen mehrerer Substanzen bereits in geringer Konzentration dramatische negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Über diese Umstände ist der Verbraucher nur sehr unzureichend informiert. Wie soll er oder sie dann auf den Feldern Ernährung, Kleidung, Wohnen (allesamt Bereiche, die im unmittelbaren Einflussbereich von Verbrauchern liegen) verantwortliche und gesundheitsfördernde Entscheidungen treffen?