Break or Make?

Nicht nur Musiker, sondern auch Autor: Ein Missgeschick von United Airlines motivierte Dave Carroll so sehr, dass er seither zu einem erfolgreichen Musiker, Autor und Geschäftsmann avancierte

Ich bin ein Fan von Nick Vujicic. Er verkörpert für mich die Gewissheit, dass jeder Mensch (und jedes Wesen) einen Zweck der Existenz besitzt. In diesem lustigen Video zeigt Nick seinen wunderbaren und nahezu unerschütterlichen Humor. Er posiert als Pilot, während des Boardings der Maschine. Mit Sprüchen wie „Wünschen Sie mir Glück. Ich bin heute Ihr Pilot und etwas nervös. Meine Knie schlottern“ sorgt Nick (ohne Arme und Beine geboren) kurz für leichte Unsicherheit und um so größeren Spaß bei allen Passagieren. Was besonders rührt: Mit der Aktion erfüllt American Airlines dem jungen Australier einen Herzenswunsch. Einmal Pilot sein! Genau das hat sich wie viele andere Kinder auch der kleine Nick in seiner Kindheit gewünscht. Man sieht ihm die Freude an, als er mit Flugkapitän Glenn Thompson die Aktion vorstellt. Zweiter Gedanke: tolle Aktion von American Airlines, die nicht nur Nick damit einen guten Dienst erwiesen haben, sondern auch dem Unternehmen selbst. Ganz anders als das ungeschickte Verhalten von United Airlines gegenüber dem Musiker Dave Carrollwährend seines Fluges von Halifax nach Nebraska im Jahr 2008 und in den neun Monaten danach.

Weil sich United weigerte, einen unstrittigen Schaden an der Gitarre des Musikers zu regulieren und sich hinter Ausreden oder hinter Kooperationspartnern versteckte, kündigte Dave Carroll schließlich an, drei Songs über die Angelegenheit zu schreiben und als Video zu veröffentlichen. Sein Ziel: er wollte mit diesen drei Clips zusammen eine Million Hits bei Youtube erzielen. Nach Veröffentlichung des ersten Songs „United breaks Guitars“ dauerte es ganze vier Tage, bis diese Zahl erreicht wurde! Stand heute haben ca. 15 Millionen Menschen von der schlechten Performance von United erfahren.

Eine spannende Frage stellt sich freilich: Ist das, was Dave Carroll bei United widerfuhr, nicht vielleicht genau so hilfreich gewesen, wie der Piloten-Ulk von Nick Vujcic mit American Airlines?
Dazu passt diese Gesichte aus der Safari des Lebens: Ma Ma Gombe und Jack sprechen über ein junges Mädchen, das zwangsverheiratet und von ihrem Mann geschlagen wurde. Gombe erzählt, wie ihr als junger Frau dasselbe angetan wurde. Auf Jacks Frage erklärt die weise Frau, warum sie ihren Mann, den sie damals verließ, nicht hasst: „Er spielte eine Rolle in meinem Leben, die mir half, meine Herausforderungen zu bestehen. Es war eine Erinnerung durch das Universum.“
Daher kann es sein, dass die Zerstörung seiner Gitarre durch United Airlines vielleicht auch eine Erinnerung des Universums war für Dave Carroll. Sicher nicht besonders angenehm zunächst, wohl auch ärgerlich und vielleicht sogar schmerzhaft. Doch möglicherweise auch eine fällige Ermahnung des „Schicksals“: Zeig, was in dir steckt! Und gezeigt hat es Dave Carroll ganz sicher.

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Sei du!

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Erfolg ist das Thema der Big Five for Life. Heisst es. Oder worum geht es bei diesem Konzept von John Strelecky?
Es stimmt. Die Big Five for Life Konzeption wird häufig auf die Definition von Erfolg bezogen. Success as you define success. So bezeichnet es sogar John selbst immer wieder. Und dennoch ist es viel zu kurz gesprungen, wenn man die Big Five for Life in einen Topf wirft mit kurzlebigen Motivations- und Erfolgrogrammen, von denen es gerade in dieser Zeit sehr viele gibt. Auch der Titel des neuen Buchs von John Strelecky (mit Co-Autor Tim Brownson) trägt für oberflächliche Betrachter dazu bei, dass Missverständnisse entstehen. „Reich und Glücklich“ lautet der deutsche Titel des neuen Buches, welches in Deutschland im kommenden März erscheint, und was – fast selbstverständlich – Bezug nimmt auf die Big Five for Life. Reich und Glücklich ist dabei jedoch nicht wörtlich zu nehmen. Es geht gerade nicht um Dollar- oder EURO-Millionen, die den Lesern winken, wenn sie das Konzept nur schnell genug anwenden.
Vielmehr geht es darum, das Bewusstsein zu schärfen dafür, dass jedes Ereignis, jeder |Erfolg| Ursachen hat, die wir selbst beeinflussen. Die senkrechten Linien vor und hinter diesem Wort deuten darauf hin, dass Erfolg ein neutraler Begriff ist, der je nach Ausprägung positive oder negative Vorzeichen haben kann. So wie der mathematische |Betrag| neutral ist und sein Wert durch + oder definiert wird. Wir selbst bestimmen also maßgeblich mit, ob wir im klassischen Sinne erfolgreich sind („Gewinner“) oder nicht.
Wie schon an anderer Stelle betont, heisst das nicht, dass wir jedes Ereignis kontrollieren. Auch nicht, dass wir „selbst schuld“ wären, wenn etwas negatives geschieht. „Bestrafung“ und „Belohnung“ sind keine Begriffe aus dem Big Five for Life Konzept. Wohl aber das Wort Verantwortung. Wir selbst tragen Verantwortung für unser Leben.
Wie das zu verstehen ist? Nick Vujicic ist ein gutes Beispiel, um zu erklären, was dieser Satz bedeutet. Nick ist ohne Arme und Beine geboren worden. Schwerstbehindert, ohne eigenes zutun. Er trägt – selbstverständlich – keine Schuld an seinem Schicksal. Und dennoch ist er selbst verantwortlich dafür, was aus seinem Leben wird. Und er hat diese Verantwortung angenommen. Nick hat sich nicht auf seine Defizite konzentriert. Er hat die Situation angenommen und akzeptiert, dass er körperlich eingeschränkt leistungsfähig ist. Aber er hat auch erkannt, dass er eigene Stärken besitzt. Und dass es diese Stärken sind, die ihn auszeichnen. Diese Stärken – sein Vertrauen und seine Erfahrung in der Bewältigung von Herausforderungen von Kindesbeinen an – sind es, die er neben einer mathematischen Begabung für Zahlen und Zusammenhänge konsequent ausgebaut und gefördert hat. Nick ist damit seinen Weg gegangen und hat seine Chance ergriffen.
Den Big Five for Life Weg so wie Nick zu gehen, bedeutet, Situationen anzunehmen anstatt Gegebenes immer wieder zu beklagen. Es bedeutet auch, sich auf eigene Stärken zu besinnen und nicht an Defiziten zu verzweifeln. Und es bedeutet, geduldig Realitäten zu hinterfragen und Visionen zu hegen, selbst wenn andere sie als „unerreichbar“ bezeichnen. Wer sich Stück für Stück immer weiter auf sein Ziel zubewegt, kann lernen, ohne Arme und Beine zu schwimmen, zu golfen und sogar Fußball zu spielen. Nick ist der Beweis. Niemand hat ihm gesagt, er solle das tun. Er selbst wollte es und hat es immer wieder versucht. Mit Erfolg!
Und das ist es, worum es bei den Big Five for Life geht: um das, was für uns wirklich zählt im Leben. Wir selbst!

Stelle neue Fragen, nicht die selben Fragen immer neu
Wisse, dass du sein kannst, was immer du anstrebst
Erkenne, dass Leistung nicht aussagt, was du bist
Akzeptiere, dass du so gut bist wie jeder andere
Akzeptiere, dass du nicht besser bist als andere
Anerkenne, dass du dein Bestes gegeben hast
Schau nach vorne, aber lebe jeden Moment
Verstehe, dass Leid ein Teil des Lebens ist
Akzeptiere, dass du Fehler machen wirst
Atme in und aus deinem Bauch heraus
Sei immer freundlich zu dir selbst
Denke nach bevor du antwortest
Lächle wenn es schwierig wird
Visualisiere dir deinen Erfolg
Schaffe dir Zeit für andere
Finde Zeit für dich selbst
Höre stets mit Interesse
Beende das Zweifeln
Begrüße den Wandel
Bleibe neugierig
Grüble nicht
Bewege dich
Weine
Lache
Liebe
Sei
Du

Aus: John Strelecky/Tim Brownson, How to be Rich and Happy, 2010. Übersetzung: Uwe Alschner

Ein Quantum Einstellung

Der große Erfolg von Ian Flemming’s James Bond beruht zu einem nicht geringen Grad auf der Kombination eines spannenden Inhalts mit einer pointiert britischen Attitüde. Also einer besonders vornehmen und zivilisierten Einstellung aller Protagonisten im Dienste „Ihrer Majestät“. Vulgär sind immer nur die Gegner, niemals James. Mit dieser Strategie hat es Bond zu Weltruhm gebracht. Sechs Darsteller haben sich seither in der Rolle des zivilisierten Helden versuchen können. Kaum einer wahr erfolgreicher als Sean Connery.
Connery, Roger Moore und ihre Kollegen sind in der Rolle des James Bond längst ein Aushängeschild für Großbritannien geworden. Eine Institution, fast wie die ehrwürdige BBC. Die wiederum hat einem ganz anderen britischen Abenteurer ihre Aufmerksamkeit geschenkt, der mich in mancher Hinsicht an Nick Vujicic erinnert, über den ich bereits mehrfach berichtet habe. Auch für Miles Hilton-Barber kommt es weniger darauf an, welches Los im Leben man zieht, sondern welche Einstellung wir zu dem einnehmen, was uns widerfährt (Attitude is Altitude = Die Einstellung entscheidet über die Höhe … des Erfolgs). Miles ist blind, was ihn jedoch nicht davon abhält, auf den Kilimandscharo zu steigen, zu Fuß die Antarktis zu durchqueren oder mit einem Ultraleichtflugzeug von England nach Australien zu fliegen.
Kein Wunder, dass Miles auf der ganzen Welt als Redner gefragt ist, um seine Einstellung zu erläutern.
Am 7. Mai werde ich Miles Hilton Barber in Berlin treffen. Hier schon einmal ein Vorgeschmack auf das, was seine Zuhörer dort erwartet.

http://dotsub.com/media/ccd6a8e2-8b5d-41bd-9dd1-00fa8ee9489a/e/m

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