Keine Einbahnstraße

20121025-164949.jpgGute Mitarbeiter zu finden und zu halten ist für Unternehmen von zentraler Bedeutung. Immer schon gewesen, doch zukünftig noch viel mehr. Das war der Tenor einer Networking-Veranstaltung mit inhaltlichem Schwerpunkt, die ich gestern Abend besucht habe.
Stichwort: Demografischer Wandel. Die Baby-Boomer gehen langsam in Rente und der Pillenknick erreicht die Personalabteilung. Gerade für mittelständisch geprägte und Inhaber geführte Unternehmen hat das Konsequenzen. Sie haben zumeist wenig in ihr Employer-Branding investiert und können im Wettbewerb um gut ausgebildete Absolventen oft mit den großen Konzernen nicht mithalten, die jahrzehntelang auch in ihre Attraktivität als Arbeitgeber investiert haben.
So weit, so gut.

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It's the Economy, Stupid!

Samstags gehört Vati mir. Dieser Satz ist Slogan einer Kampagne der Gewerkschaftsbewegung für die Fünf-Tage-Woche gewesen. Sie stammt aus einer Zeit, in der es üblich war, sechs von sieben Wochentagen als Werktage zu nutzen. Arbeitgeber verlangten, dass Mitarbeiter ihre Arbeitskraft auch am Sonnabend in den Dienst der Firma stellten. Das Wirtschaftswunder und Entwicklungen in anderen Ländern veranlassten die Arbeitnehmervertreter dazu, mehr Freizeit für die Beschäftigten zu fordern. Der Rest ist Geschichte: die 40-Stunden-Woche wurde eingeführt und mit ihr die 5-Tage-Woche. Als Kind der 60er bin ich Nutzniesser dieser Entwicklung und habe mein Wochenende stets Freitags eingeläutet. Zur Samstags-Routine gehört traditionell ein Wochenmarktbesuch mit meinen Kindern.

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Break or Make?

Nicht nur Musiker, sondern auch Autor: Ein Missgeschick von United Airlines motivierte Dave Carroll so sehr, dass er seither zu einem erfolgreichen Musiker, Autor und Geschäftsmann avancierte

Ich bin ein Fan von Nick Vujicic. Er verkörpert für mich die Gewissheit, dass jeder Mensch (und jedes Wesen) einen Zweck der Existenz besitzt. In diesem lustigen Video zeigt Nick seinen wunderbaren und nahezu unerschütterlichen Humor. Er posiert als Pilot, während des Boardings der Maschine. Mit Sprüchen wie „Wünschen Sie mir Glück. Ich bin heute Ihr Pilot und etwas nervös. Meine Knie schlottern“ sorgt Nick (ohne Arme und Beine geboren) kurz für leichte Unsicherheit und um so größeren Spaß bei allen Passagieren. Was besonders rührt: Mit der Aktion erfüllt American Airlines dem jungen Australier einen Herzenswunsch. Einmal Pilot sein! Genau das hat sich wie viele andere Kinder auch der kleine Nick in seiner Kindheit gewünscht. Man sieht ihm die Freude an, als er mit Flugkapitän Glenn Thompson die Aktion vorstellt. Zweiter Gedanke: tolle Aktion von American Airlines, die nicht nur Nick damit einen guten Dienst erwiesen haben, sondern auch dem Unternehmen selbst. Ganz anders als das ungeschickte Verhalten von United Airlines gegenüber dem Musiker Dave Carrollwährend seines Fluges von Halifax nach Nebraska im Jahr 2008 und in den neun Monaten danach.

Weil sich United weigerte, einen unstrittigen Schaden an der Gitarre des Musikers zu regulieren und sich hinter Ausreden oder hinter Kooperationspartnern versteckte, kündigte Dave Carroll schließlich an, drei Songs über die Angelegenheit zu schreiben und als Video zu veröffentlichen. Sein Ziel: er wollte mit diesen drei Clips zusammen eine Million Hits bei Youtube erzielen. Nach Veröffentlichung des ersten Songs „United breaks Guitars“ dauerte es ganze vier Tage, bis diese Zahl erreicht wurde! Stand heute haben ca. 15 Millionen Menschen von der schlechten Performance von United erfahren.

Eine spannende Frage stellt sich freilich: Ist das, was Dave Carroll bei United widerfuhr, nicht vielleicht genau so hilfreich gewesen, wie der Piloten-Ulk von Nick Vujcic mit American Airlines?
Dazu passt diese Gesichte aus der Safari des Lebens: Ma Ma Gombe und Jack sprechen über ein junges Mädchen, das zwangsverheiratet und von ihrem Mann geschlagen wurde. Gombe erzählt, wie ihr als junger Frau dasselbe angetan wurde. Auf Jacks Frage erklärt die weise Frau, warum sie ihren Mann, den sie damals verließ, nicht hasst: „Er spielte eine Rolle in meinem Leben, die mir half, meine Herausforderungen zu bestehen. Es war eine Erinnerung durch das Universum.“
Daher kann es sein, dass die Zerstörung seiner Gitarre durch United Airlines vielleicht auch eine Erinnerung des Universums war für Dave Carroll. Sicher nicht besonders angenehm zunächst, wohl auch ärgerlich und vielleicht sogar schmerzhaft. Doch möglicherweise auch eine fällige Ermahnung des „Schicksals“: Zeig, was in dir steckt! Und gezeigt hat es Dave Carroll ganz sicher.

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