Diktatur der Gutmenschen

»Gutmenschen haben kein Interesse daran, dass Menschen stark und unabhängig werden. Denn das bedeutet Machtverlust!« Als ich diesen Satz von Boris Grundl hörte, war mir klar, dass ich sein neuestes Buch lesen musste. Wahrscheinlich hätte ich es ohnehin gelesen, weil ich bis dato noch jedes Mal von seinen Themen und Inhalten positiv überrascht worden bin. Herr Grundl ist eine Persönlichkeit, die ihre Wirkung – auch darum geht es übrigens im Buch – auf andere aus eigener Leistung und absoluter Unabhängigkeit und Flexibilität heraus erzielt. Und aus angemessener Bescheidenheit. Niemals nimmt Boris Grundl für sich in Anspruch, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. Immer macht er unmissverständlich klar, dass er über seine eigenen Erfahrungen und seine Wahrnehmemung spricht. Das gefällt mir, denn es lässt dem Zuhörer oder Leser die Freiheit, sich eine eigene Meinung zu den Inhalten zu bilden, ohne unter einen Anpassungsdruck zu geraten. Wie auf einem Büffet, bietet Grundl seine Einsichten an und lädt die Zuhörer und Leser ein, den Inhalt auf sich selbst wirken zu lassen. Freilich bedeutet es nicht, dass Grundl zu einem beliebigen „Nimm, was dir schmeckt und wirf alles in einen Topf. Es wird gut werden“ rät. Systematisches und ehrliches Befassen mit den Inhalten, getragen von dem Ziel, den Absender verstehen zu wollen, ist das, was Grundl empfiehlt. Auch das gefällt mir, denn nur so lassen sich Voreingenommenheit und Beliebigkeit am besten ausschliessen.
Diktatur der Gutmenschen ist erschienen im ECON-Verlag, Berlin, und kostet 19,95 €
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